Geschichte des Ortsverbandes

  

Der Ortsverband „Donauschwaben Albstadt“ ist der Nachfolgeverband der ehemaligen Ortsgruppen Ebingen, Margrethausen und Tailfingen. Die Ortsgruppe Ebingen war der größte Verband und zuletzt als einziger noch aktiv. Durch die Kreisreform in den 1970ern entstand aus den eigenständigen  Gemeinden Ebingen, Tailfingen, Truchtelfingen, Onstmettingen, Lautlingen, Laufen, Margrethausen, Pfeffingen und Burgfelden die Stadt Albstadt. Folgerichtig wurde dann im Jahre 2007 die bis dato noch bestehende Ortsgruppe Ebingen in den Donauschwaben Ortsverband Albstadt umgewandelt,

Heute engagieren sich im Ortsverband viele Menschen, die Interesse an den Bräuchen, Traditionen und Kulturen der ehemaligen südosteuropäischen deutschen/österreich-ungarischen Siedlungsgebiete haben. In unserem Vereinsheim „Zille“ ist zugleich der BdV-Kreisverband Zollernalb ansässig, so dass sich auch die Menschen aus anderen Landsmannschaften beim Donauschwaben-Ortsverband engagieren.
Zusammengefasst ist der Donauschwaben Ortsverband Albstadt mittlerweile ein Vertreter sämtlicher kultureller und historischer deutscher Bräuche. Unsere Mitglieder bestehen heute aus Donauschwaben (Deutsche aus Jugoslawien inkl. serbisches Banat) und deren Nachkommen, Banater Schwaben (Rumänisches Banat) und deren Nachkommen, Siebenbürger Sachsen und deren Nachkommen, Schlesiern, Sudetendeutschen, Karpatendeutsche, Böhmen, weiteren Landsmannschaften, Mitbürger aus der ehemaligen K-und-K-Monarchie (Ungarn, Serben, Kroaten, Rumänen) und sehr vielen „einheimischen“ Albstädtern und Bürgern aus dem Zollernalbkreis.

Der Ortsverband Albstadt lebt die Deutsche Kultur der ehemaligen Siedlungsgebiete und vereint es mit Kultur und Brauchtum aus dem süddeutschen Mutterland. Das ist einer der Hauptgründe warum sich bei uns auch so viele Menschen engagieren, die keine donauschwäbischen Wurzeln haben.


Wie hat es mit den Donauschwaben in Albstadt angefangen?

Durch die damalige französische Militärregierung wurden Anfang 1949, geschlossen aus dem Saargebiet, donauschwäbische Flüchtlinge und Vertriebene („Personnes Depalacé“) nach Ebingen, dem heute größten Stadtteil Albstadts, in das Lager Bleuel eingewiesen.
Am 30. Januar fuhr der Sonderzug mit den Flüchtlingen aus dem Banat, der Batschka und Syrmien-Slawonien von Homburg/Saar kommend, in den Ebinger Bahnhof ein. Das Lager Bleuel, in dem sie untergebracht wurden, war ein Barackenlager, in dem im 2. Weltkrieg russische Zwangsarbeiter kampiert hatten. Mit nur wenigen Habseligkeiten im Handgepäck kamen die aus Jugoslawien, Rumänien und Ungarn geflüchteten und vertriebenen Volksdeutschen an.

Nach der Entlassung aus der Betreuung der IRO wurden die Donauschwaben der damaligen Stadt Ebingen zur Unterbringung zugewiesen. Zu dieser Zeit waren donauschwäbische Familien noch sehr oft durch die Folgen des Krieges, der Internierung, durch Flucht und Vertreibung aus ihrer angestammten Heimat an der mittleren Donau, auseinandergerissen worden. Nach und nach fanden die meisten Familien wieder zusammen. Der Kreis der Donauschwaben wurde durch Familienzusammenführung im Raum Ebingen immer größer. So wurden dadurch Ebingen und Umgebung eines der Hauptgebiete für den Zuzug der Donauschwaben. Auch die Schönheit der Schwäbischen Alb und die Arbeitsplätze der Textilindustrie der damaligen Städte Ebingen und Tailfingen wurden bald zum Anziehungspunkt vieler Heimatvertriebenen und Flüchtlinge.

Als zweite Phase, die einen weiteren großen Zustrom an Donauschwaben brachte, ist die Umsiedlungsaktion der Bundesregierung zu bezeichnen. Die mit Flüchtlingen bis zu 40 und 50 Prozent überschwemmten Länder, wie Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sollten durch Abgabe von Heimatvertriebenen, sogenannte Umsiedler, an die mit nur 8 Prozent Flüchtlingen betroffenen Länder der französischen Besatzungszone entlastet werden. So waren unter den Umsiedlern aus Bayern zu einem großen Prozentsatz Sudetendeutsche und Donauschwaben.
Immer mehr Donauschwaben und auch andere Heimatvertriebene kamen damals in den Kreis Balingen. Diese wurden von der einheimischen Bevölkerung, die zu dieser Zeit oft selbst als Folge des Krieges Not leiden musste, nicht immer mit offenen Armen begrüßt. Damals gab es in Balingen beinahe eine Revolution, als hunderte von jahrelang herumgewirbelten, entwurzelten und gewaltsam aus ihrer alten Heimat vertriebenen Donauschwaben in den Hungerstreik traten und riefen: „Lieber erschießt uns, als dass wir noch einmal zurück gehen!“. Dieser Ruf der Donauschwaben war so wirkungsvoll und unüberhörbar, dass man den größten Teil dieser Menschen im Kreis Balingen sesshaft machte. Bis 1959 sind 800 donauschwäbische Familien mit fast 3000 Seelen im Kreis Balingen sesshaft geworden. Die Zahl der Neuankömmlinge, die sich mit den schwierigen Verhältnissen kaum zurechtfinden konnten, wuchs also ständig weiter. Es war dringend notwendig diesen Personen zu helfen und ihnen beizustehen. Die Konsequenz war, dass man sich langsam zu organisieren begann.

Im März 1952 wurde dann die Ortsgruppe Ebingen der Landsmannschaft der Donauschwaben gegründet. 1959 umfasste sie einen Kreis von etwa 330 Familien mit insgesamt rund 1200 Landsleuten aus allen drei Herkunftsstaaten (Jugoslawiendeutsche, Rumäniendeutsche und Ungarndeutsche). Auch in den späteren Stadtteilen Tailfingen und Onstmettingen wurden in den frühen Jahren eigenständige Ortsgemeinschaften gegründet. Übrig blieb jedoch im Laufe der Jahre der Ortsverband Ebingen als einziger in Albstadt und wurde 2007 folgerichtig in Ortsverband Albstadt umbenannt (bzw. erweitert). Die Landsmannschaft vertritt und bewahrt auch von Anfang an auf politischer Ebene die Interessen der Donauschwaben. Hier wurden und werden nicht nur persönliche Kontakte gepflegt, sondern auch das kulturelle Erbe mit den Traditionen und Trachten der Donauschwaben bewahrt. Dass auch die Jugend sich diesem Ruf nicht entzieht, ist einer besonderen Erwähnung wert. Heute leben in der ganzen Stadt Albstadt über 2500 Donauschwaben.
Am Totensonntag 1951 wurde das erste Ehrenmal der Heimatvertriebenen in Württemberg-Hohenzollern in Form eines schlichten Holzkreuzes auf dem Ebinger Friedhof eingeweiht. Vor diesem Holzkreuz waren einfache Steine mit den Namen der Landsmannschaften ausgebreitet. Die Unkosten sind durch kleine Spenden aus den Kreisen der Flüchtlinge vom Ortsverband der Heimatvertriebenen selbst getragen worden. Den geeigneten Platz auf dem Friedhof stellte die Stadt kostenfrei zur Verfügung. Dieses Ehrenmal wurde 1964 in Anbetracht der vielen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge, die mittlerweile in unsere Region gekommen waren, zu einer kleinen Gedenkstätte ausgebaut. Die Neugestaltung des Areals wurde Gerhard Halbritter aus Tübingen übertragen, von dem auch der Entwurf der heutigen Gestaltung stammte. Das Holzkreuz wurde nun durch einen Gedenkstein ersetzt, auf dessen Vorderfläche in plastisch ausgearbeiteten Großbuchstaben die weithin lesbare Inschrift steht:
DEN TOTEN DER HEIMATVERTRIEBENEN.
Entlang der oberen Kante wurden die Namen und Wappen der Landsmannschaften abgebildet. Dieses erneuerte Ehrenmal wurde dann am 17. Juni 1964 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung als ein Mahnmal für die kommenden Zeiten feierlich eingeweiht. Aus alten Unterlagen ist ersichtlich, dass sich der Bund der Vertriebenen (BdV) – Vereinigte Landsmannschaften damals nach dem hohen Sammelergebnis für die Erneuerung des Ehrenmals besonders bei den Donauschwaben für ihren Opfergeist bedankte.

Die gewählten Vertreter der ersten Stunde leisteten viele aufopfernde Stunden, denn der Andrang der Ratsuchenden war groß. Sprechstunden mussten abgehalten werden um die unterschiedlichsten oft sehr umfangreichen Anträge und Formulare zu erläutern und auszufüllen, womit die Neuankommenden völlig überfordert waren. Auch Behördengänge mussten besprochen und die nötigen Hinweise gegeben werden. Man bemühte sich um die Unterbringung von Landsleuten, um die Beschaffung von Wohnraum, um Familienzusammenführung und die Existenzgründungsmöglichkeiten der Landsleute.

Die Strebsamkeit und die Sparsamkeit der Donauschwaben machten es möglich, dass die Eingliederung sehr rasche Fortschritte machte. Von Anfang an wurden auch die heimatlichen Traditionen, die Sitten und Gebräuche von den Donauschwaben gepflegt. Doch erst nach der materiellen Eingliederung unserer Landsleute konnte sich dann die landsmannschaftliche Arbeit erst mehr und mehr und schließlich ganz auf die kulturellen Aufgaben zur Erhaltung und Pflege alter Sitten und Gebräuche verlagern.

So werden in unserer Stadt seit den 50er Jahren Kirchweihfeste nach der aus der alten Heimat an der mittleren Donau mitgebrachten donauschwäbischen Sitte, z. B. in der Festhalle Ebingen, im „ Gasthaus Löwen“ oder auf dem Waldheim, im Turnerheim in Tailfingen, in der Festhalle Margrethausen und in der Festhalle Truchtelfingen durchgeführt. Auch Weinlesefeste/Traubenbälle und Kathreinbälle fanden in Ebingen im „Löwen“ und im Waldheim statt. Nicht zu vergessen die Silvesterbälle und die Faschingsbälle. Neben Theateraufführungen gab es auch damals schon in Ebingen eine erste Trachtengruppe der Donauschwaben mit insgesamt 21 Paaren im Jahr 1958.

Aber auch Wallfahrten z. B. nach Schöneberg und donauschwäbische Heimattreffen z. B. in Ulm, Reutlingen, Sindelfingen oder Karlsruhe standen auf dem Programm. Auf den großen Heimattreffen der Donauschwaben haben sich viele Landsleute nach jahrelanger Trennung wiedergefunden, sehr viele zum ersten Mal seit der Vertreibung aus der alten Heimat. Andere wieder sahen sich nach langer Zeit wieder und tauschten Erinnerungen an viele gemeinsam erlebte Stunden aus.

Beim 8. Bundestreffen der Donauschwaben, das 1959 in der Friedrich-List-Halle in Reutlingen stattfand, wurde dem damaligen Vorsitzenden unserer Ortsgruppe, Karl Waldemar Kühne, vom Bundesverband der Donauschwaben die Verdienstnadel in Silber für langjährige, verdienstvolle Tätigkeit überreicht. Diese Auszeichnung war der Dank dafür, dass er sich für die Interessen der Donauschwaben uneigennützig stets jahrelang eingesetzt hat und dabei auch dem Wohle unserer Stadt gedient hat. Zu diesem Bundestreffen haben mehr als 200 Donauschwaben unserer Ortsgruppe teilgenommen, die mit 5 Omnibussen und zahlreichen Privatautos nach Reutlingen fuhren.

Die Donauschwaben sind Siedler geblieben. Bis 1959 waren 62 % aller im Bundesgebiet ansässigen Donauschwaben wieder im Besitz von eigenen Häusern! Hier merkt man, dass die Vorfahren der Donauschwaben zu einem großen Teil aus dem heutigen Baden-Württemberg stammten. Denn genau wie bei den einheimischen Württemberger Schwaben, von denen vier Fünftel nicht leben und sterben können, wenn sie nicht eigene vier Wände um sich haben, kennzeichnete diese schöne, charakteristisch-eigenwillige Note auch die Dörfer und Städtchen der Donauschwaben in den ihnen vor über 250 Jahren von Maria-Theresia zugewiesenen Gebieten in der damaligen Donaumonarchie im Südosten Europas. Nachdem die Donaumonarchie schon nach dem Ersten Weltkrieg ihr Ende fand und nach dem Zweiten Weltkrieg Flucht, Vertreibung, Tod und Vernichtung in den Nachfolgestaaten Jugoslawien, Rumänien und Ungarn die Existenz der Donauschwaben im Südosten Europas weitgehend beendet hatte wollten die Überlebenden im Mutterland Deutschland, die meisten in ihrer historischen Urheimat Baden-Württemberg wieder in eigenen vier Wänden sesshaft werden. So wollten auch in unserer Stadt die Donauschwaben so schnell wie möglich wieder ein eigenes Dach über dem Kopf und ein Blumengärtlein rund um die eigenen vier Wände wiesen. Die Donauschwaben waren die ersten unter den ersten Heimatvertriebenen, die sich 1953 um eine der Nebenerwerbssiedlungen bemühten, die die Württembergische Heimstätte, die Gemeinnützige Wohnungsbau- und die Stadtbaugenossenschaft Ebingen wie Pilze aus der Erde sprießen ließen. Seit 1954/55 wohnen viel Donauschwaben in den Reihenhäusern der vorderen Degerwandstraße um im Weiherwuhr.
Da die meisten Donauschwaben früher stolze Bauern gewesen sind brachten sie auch in die neu entstanden Siedlungen einen vertrauten, ländlichen Charakter mit ein. In all diesen donauschwäbischen Siedlungen war charakteristisch, dass die einzelnen Hausbesitzer ein Schweinchen oder sonstige Haustierchen, in paar Reihen Paprikaschoten und einen leuchtenden bunten Blumengarten ihr Eigen nannten. Besonders der Drang nach vielen Blumen ist bei den Donauschwaben sehr ausgeprägt.
Auf Initiative des langjährigen Vorsitzenden unserer Ortsgruppe, Karl Waldemar Kühne, kam 1957 die Planung für eine eigenständige donauschwäbische Siedlungsgenossenschaft zustande. Zur Finanzierung der Eigenheime waren 5000 bis 6000 Mark Eigenkapital, sowie eine erste Hypothek der Landeskreditanstalt vorgesehen. Weitere Anteile sollten – und wurden es – aus Lastenausgleichsforderungen beschafft. Karl Waldemar Kühne hatte alle Hände voll zu tun um das Werk anzukurbeln. Er war ständiger Gast bei den zuständigen Behörden und hatte Erfolg. So waren wir zur einzigen Landsmannschaft der Albstädter Heimatvertriebenen mit einer eigenen Baugenossenschaft geworden, mit deren Hilfe mehrere Siedlungsabschnitte in Ebingen-West erstellt wurden. Der Baubeginn im Frühjahr 1958 war mit viel Handarbeit, Fleiß und Eigenleistung verbunden. Die Straßen wurden ganz heimatlich z. B. „Batschkaweg“ und „Banater Weg“, in Erinnerung an die dem Deutschtum verloren gegangenen, äußerst fruchtbaren donauschwäbischen Siedlungsgebiete.

Auf dem Stadtfest in Tailfingen zeigten die Donauschwaben 1986 im Eingangsbereich des Maschenmuseums wie man früher Wolle und Flachs in mühsamer Handarbeit verarbeitet hat. Vom 9. bis 27. September 1987 war im Rahmen der in Albstadt stattfindenden Heimattage Baden-Württemberg im Neubau der Deutschen Bank, Marktstraße, Ebingen die Ausstellung „Die Donauschwaben – Deutsche Siedlung in Südosteuropa“ zu besichtigen.

Bereits nach der Gründung unserer Ortsgruppe in den 50er Jahren wurde auch eine erste Jugendgruppe, die donauschwäbische Volkstänze in Tracht aufführte, in Ebingen ins Leben gerufen. Die Jugend wurde älter heiratete und gründete Familien und in den 60er Jahren wurde es bald wieder still um diese erste Volkstanzgruppe der Donauschwaben in Ebingen. Doch schon in den 70er Jahren kristallisierte sich im Stadtteil Margrethausen wieder eine donauschwäbische Trachtengruppe heraus. Auch Trachtenträger aus dem Stadtteil Lautlingen waren dabei.
Beim Albstadtfest 1975, anlässlich der Gründung der Stadt Albstadt im selben Jahr, wirkte auch diese donauschwäbische Trachtengruppe mit. Die Trachtengruppe wirkte ebenfalls regelmäßig auf dem Kirchweihfest in der Festhalle Albstadt-Margrethausen mit, das der Kreisverband der Donauschwaben jährlich organisierte. Leider stellte nicht nur der Kreisverband Zollernalb der Landsmannschaft der Donauschwaben seine Tätigkeit ein auch die zweite Albstädter Raum entstandene Trachtengruppe lief wieder auseinander. Doch aller guten Dinge sind drei…
So wurde die Kirchweih zunächst seit Anfang der 80er Jahre direkt von unserer Ortsgruppe in Albstadt-Ebingen durchgeführt. Es war das Anliegen von Ernst Ast, der unsere Ortsgruppe 15 Jahre als Vorsitzender leitete, dass wieder Tanzpaare in den bunten Trachten, die die Donauschwaben aus ihrer ehemaligen Heimat mitgebracht hatten, an der Kirchweih mitwirken. Angefangen mit ein bis zwei Trachtenpaaren steigerte sich von Jahr zu Jahr wieder die Zahl der Trachtenpaare und Anfang der 90er Jahre, als viele Rumäniendeutsche als Spätaussiedler auch in unsere Stadt kamen, hatte sich schon langsam wieder eine stattliche Trachtengruppe aus Heimatvertriebenen, deren teils einheimischen Ehepartnern und Nachkommen und nun auch zahlreichen Spätaussiedlern gebildet.
m Oktober 1997 erhielt die Trachtengruppe eine Einladung des Bundesverbandes der Donauschwaben zum Bundesjugendseminar, an dem drei Tanzpaare teilnahmen und sich fortbildeten. Bei dieser Zusammenkunft der donauschwäbischen Tanz- und Trachtengruppen reifte der Plan, in Albstadt selbst eine Formation zu bilden, die sich der alten Tänze annimmt und sie der Nachwelt erhält. Dass dabei der damalige Bundesvorsitzende Jakob Dinges und der Landesvorsitzende Hans Supritz, sowie Jugendleiter Stefan Ihas die „Geburtshilfe“ leisteten, sei hier in Anerkennung vermerkt.
Im Jahr 1998 wurde dann der Beschluss eine Tanz- und Trachtengruppe, die sich regelmäßig zum tanzen trifft, zu gründen verwirklicht. Im März war die Gemischte Donauschwäbische Tanz- und Trachtengruppe Albstadt entstanden. Nun war endlich der Grundstein für die bis heute bestehende Volkstanzgruppe gelegt. Sie ist eine wichtige Säule in der Arbeit des Ortsverbandes geworden und repräsentiert die donauschwäbische Kultur und das Brauchtum nach außen. Mit ihr hat die kulturelle Breitenarbeit unseres Ortsverbandes einen bedeutenden Stellenwert erhalten.
Der erste öffentliche Auftritt der Gruppe ließ nicht lange auf sich warten und schon im September desselben Jahres wurde die traditionelle Kirchweih der Albstädter Donauschwaben durch die Tanz- und Trachtengruppe umrahmt.
Um das Brauchtum der Donauschwaben zu beleben, wurden 1999 mit Briefen der erste Kontakt zu einer donauschwäbischen Gemeinde in Ungarn geknüpft. Dies war ein Meilenstein in der Geschichte der Ortsgruppe. Im Jahr 2001 reiste die Gruppe erstmals zum Kulturaustausch und zur Brauchtumspflege in das heute noch von vielen Volksdeutschen bewohnte Dorf Niklo (Dunaszentmiklos). Die Donauschwäbische Jugendtanz- und Trachtengruppe Niklo (Dunaszentmiklos) und unsere Gemischte Donauschwäbische Tanz- und Trachtengruppe Albstadt schlossen sehr bald Freundschaft und bereits im selben Jahr waren die Ungarndeutschen aus Niklo (Dunaszentmiklos) in Albstadt zu Gast. Daraus entwickelte sich eine jahrelange Partnerschaft und seit dem fand ein jährliches Treffen der beiden Tanz- und Trachtengruppen, mal in Ungarn, mal in Deutschland statt. Nach dem sie ihre Tänze miteinander einstudiert und somit ihr Tanz-Repertoire gegenseitig erweiterten, konnten sie schon bald gemeinsam, sogar mit gemischten Paaren auftreten. Niklo (Dunaszentmiklos) liegt auf einer Anhöhe. Von den Weinbergen aus hat man einen traumhaften Ausblick bis zur vier Kilometer entfernten, zirka eineinhalb Kilometer breiten blauen Donau.
2001 wurde das 50jährige Jubiläum des Ortsverbandes Albstadt, der Landsmannschaft der Donauschwaben in der Festhalle Albstadt-Truchtelfingen gefeiert.
Von Ende 2002 bis Sommer 2003 wurde die ehemalige Holzbearbeitungsfabrik in Albstadt-Truchtelfingen zum Domizil der Albstädter Donauschwaben umgebaut. Der Einsatz hat sich gelohnt. Das Verbandsdomizil „Zille“ ist eine Krönung unserer langjährigen landsmannschaftlichen Arbeit in Albstadt. Die feierliche Eröffnung fand im Sommer 2003 statt.

Ein zentrales und beständiges Bestreben der Ortsgruppe war auch die Schaffung eines Schauraumes in der „Zille“. Hier stellt der Ortsverband Albstadt, der Landsmannschaft der Donauschwaben gemeinsam mit dem Bund der Vertiebenen (BdV) – Vereinigte Landsmannschaften Kreisverband Zollernalb die Geschichte und Kultur der Donauschwaben und der Ostdeutschen östlich der Oder-Neiße-Linie und des Böhmerwaldes sowie der Volksdeutschen aus Ost- und Südosteuropa dar.